Vom Tellerwäscher zum Hotelkönig

Vor den César Ritz Colleges in Brig steht sein imposantes Denkmal (Bild). Der Prinz of Wales, der spätere britische König Edward VII, verlieh ihm den Titel „König der Hoteliers und Hotelier der Könige“. Vor hundert Jahren genau ist César Ritz in Küssnacht am Rigi gestorben. Zu seinem 100. Todestag gelangt zwischen dem 18. Juli und dem 11. August auf dem Dorfplatz in Niederwald ein Freilichtspiel zur Aufführung. César Ritz hat eine Karriere vom Tellerwäscher zum Hotelier der Luxusklasse hingelegt. Es ist eine Karriere, die ihresgleichen sucht. Heute noch stehen in Städten wie Paris, Madrid und London die feudalen Ritz Hotels.

Hotel Ritz London ist ein typisches Beispiel für die luxuriöse Hotelkultur des Genies. Hotel Ritz London habe ich in 20 Minuten vom Flughafen London City aus erreicht. Vom Hotel aus führt ein 20-minütiger Gehweg ins Londoner Stadtzentrum mit allen Sehenswürdigkeiten (Bild).

Das 5-Sterne Hotel Ritz London liegt ganz in der Nähe von Westminster und Hyde Park. Die Lage des „Ritz“ im Herzen von London ist optimal. Das Hotel befindet sich in einer Einkaufs-Gegend mit Discos, Restaurants und einem Zirkus. In der Nähe des Hotel Ritz haben sich Banken angesammelt, dazu auch ein Business-Center. Das „Ritz London“ verfügt über 136 Gästezimmer. Eine ungewöhnliche Zimmerausstattung ist inbegriffen. Eine Spülmaschine gehört in jedes Zimmer, dazu eine Kaffee-/ Teemaschine und ein Kühlschrank für die Selbstverpflegung. César Ritz – Hotels versprechen alles , was das Herz begehrt. Doch wie hat alles angefangen?

Keine Vorschusslorbeeren für César Ritz . Im Jahr 1850 in Niederwald geboren, verdiente er sich sommers als  Ziegenhirt ein Zubrot. Sein Vater, der Gemeindepräsident von Niederwald, hätte gerne etwas Rechtes aus dem Jungen gemacht. Er schickte ihn ins Kollegium Sitten. Aber César lungerte bloss herum und war zu faul zum Studieren. Nach drei Jahren holte ihn sein Vater von der Schule und besorgte ihm eine Stelle als „Kaffeekellner“ im Hotel Couronne et Poste in Brig (Bild unten). Doch bereits nach Jahresfrist schickte ihn sein Patron in die Wüste. „Aus dir wird nie etwas in der Hotellerie“, beschied er ihm. „Dafür braucht es eine gewisse Begabung und ein besonderes Flair. Die gehen dir vollkommen ab!“

Auf nach Paris! Der Siebzehnjährige hörte davon, dass in Paris soeben eine Weltausstellung eröffnet werden sollte. So verliess er Brig und klapperte in Paris auf der Suche nach einer Beschäftigung alle Hotels ab. Im Hôtel de la Fidélité verdingte er sich als Schuhputzer. Bald schon schaffte er den Aufstieg zum Zimmerkellner. Der kaum 20-jährige César machte dann aber einer russischen Baronin schöne Augen und verbrachte mit ihr eine Liebesnacht, was ihn den Job kostete. Im Erstklasshotel „Le Voisin“ öffneten sich ihm dann aber erneut alle Türen. Die Bekanntschaft mit vielen berühmten Persönlichkeiten wie George Sand und Sarah Bernhardt führte ihn in die mondäne Welt der Reichen und Schönen.

Als Chef zurück in die Schweiz. Nach kurzen Hotel-Aufenthalten in Wien und in Nizza kehrte er als Direktor des Hotels Rigi-Kulm in die Schweiz zurück. Kurze Zeit darauf wurde ihm auch die Leitung des Hotel „National“ in Luzern anvertraut. Nun war César Ritz 38 Jahre alt. Er heiratete die Elsässerin Marie-Louise Beck. Der Ehe sollten zwei Söhne entspringen. „Ritz Hotel“ geriet zu einer Marke. Ritz Hotels entstanden in Palermo, London, Biarritz, Menton und Wiesbaden.

Neugründungen von Hotels unter  dem Namen „Le Ritz“ waren nun an der Tagesordnung. Doch hatte sich César Ritz wohl etwas zu viel zugemutet. 1903 erlitt er einen körperlichen Zusammenbruch und verfiel in tiefe Depressionen. Nach 16 Jahren des Leidens starb César Ritz am 20. Oktober 1918 im Alter von 68 Jahren in einer Klinik in Küssnacht am Rigi. Oberwalliser Autoren wie Adalbert Chastonay und Werner Kämpfen haben die spannende Biographie von César Ritz verschiedentlich in Buchform herausgegeben.

Vom Tellerwäscher zum Millionär. Wer glaubt, sowas gebe es nur in Amerika, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, der muss sich eines Besseren belehren lassen. Ein „American Way of Life“? Nein. Eine Walliser Karriere wie sie im Buche steht. Eine Karriere, wie sie bereits vor César Ritz auch Thomas Platter aus Grächen hinter sich hatte. Vom Hüterbuben zum Hotellerie-Star. Eine Karriere, wie es sie nur im Wallis gibt.

César Ritz Colleges Switzerland gingen aus dem „Institut César Ritz“ in Le Bouveret hervor. Interessant nur, dass ausgerechnet César Ritz, der mit Schule und Studium selber nicht viel am Hut hatte, seinen Namen den Walliser Bildungsinstitutionen überliess.  Die „César Ritz Colleges Switzerland“ (Bild unten) danken es ihm.

Text und Fotos: Kurt Schnidrig

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