Beschwingt ins Neue Jahr

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Beschwingt und stilvoll ins Neue Jahr. Dieses Jahr durften wir das „Konzert der Konzerte“ erstmals unter der Leitung von Stardirigent Christian Thielemann erleben. Der weltweit erfolgreichste Klassikevent wurde zum grössten Teil aus dem Saal des Wiener Musikvereins in 95 Länder übertragen. Weil die Wiener Staatsoper aber das 150-Jahr-Jubiläum feiert, war das weltberühmte Opernhaus in diesem Jahr ausnahmsweise auch einer der Austragungsorte. Wer schon mal in der Wiener Staatsoper war, der wird immer wieder gerne selber dabei sein. Das Miterleben vor Ort inmitten dieser märchenhaften Musikwelt aus einem anderen Jahrhundert ist unübertrefflich.

150 Jahre Wiener Staatsoper. Nur in strengem Dresscode und unter unzähligen Auflagen darf das berühmteste Opernhaus der Welt betreten werden. Erstmals seit Jahren durfte ein knapp halbstündiger musikalischer Rundgang auch per Television in die Welt ausgestrahlt werden. Unter dem Titel „Wiener Staatsoper 1869-2019“ sind Ausschnitte aus den Aufführungen der vergangenen Jahrzehnte zu erleben, die allesamt Musikgeschichte geschrieben haben. An verschiedenen Schauplätzen in und um die Oper musizierten ausgewählte Ensembles der Wiener Philharmoniker sowie Ensemblemitglieder der Staatsoper. Beispiele? Camilla Nylund und Adrian Eröd sangen ein Duett aus Johann Strauss‘ „Fledermaus“. Im Ballettsaal tippelten und scharwänzelten die Tänzerinnen und Tänzer zu den Klängen von Alexander Glasunows „Raymonda“ übers Parkett. Und die Sopranistin Daniela Fally und der Bariton Rafael Fingerlos flogen in luftiger Höhe als Papagena und Papageno mühelos über die Staatsopernbühne.

Kreativkünstler und Choreografen. Ein Genuss für Auge und Ohr ist jeweils das Neujahrskonzertballett. Neben Dirigent Christian Thielemann waren auch zwei weitere Kreativkünstler erstmals zu erleben. Als Choreograf gab Andrey Kaydanovskiy seinen Einstand. Der immer noch aktive Tänzer zeigte seine Kreationen zum Walzer „Künstlerleben“ sowie zum Csardas aus der Oper „Ritter Pazman“, beide Stücke aus der Feder von Johann Strauss Sohn. Für den feurigen Csardas standen die Solistinnen und Solisten des Wiener Staatsballetts im niederösterreichischen Schloss Grafenegg vor der Kamera. Die modernen wie edlen Kostüme stammten aus der Kreativwerkstatt des jungen österreichischen Designers Arthur Arbesser, der bei Giorgio Armani, dem Meister der italienischen Mode, sein Handwerk erlernt hat.

Wien bleibt Wien. Das Künstlerleben an der Wiener Staatsoper ist für viele ein Traum, jedoch nur für ein paar Einzelne die Realität. Ein enormer Aufwand ist notwendig, die Staatsoper und ihr Innenleben beinahe Tag für Tag auf Höchstleistungen zu trimmen. Ein Stab von mehreren hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verfolgt Hand in Hand ein einziges Ziel – die nächste Vorstellung! Die Bilder des Wiener Neujahrskonzerts begleiten uns mit Glanz und Pomp durch den kommenden Alltag, sie lassen aufschauen zu grenzenloser Schönheit und beschwingter Eleganz. Das Neujahrskonzert mit Wiener Charme ist Startort für blühende Fantasien und eine ungeahnte Kreativität, und dies trotz der weltweiten Tristesse und Depression.

Text und Fotos: Kurt Schnidrig

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.