Die Fans haben lange gehofft. Sehr lange sogar. Um genau zu sein acht Jahre. Und mit jedem einzelnen schien die Wahrscheinlichkeit, dass er zurückkommt, zu schwinden. Bis vergangenen Herbst. Wie ein Phönix aus der Asche kehrte er auf die Bühne zurück. Doch wer ist er?

Sein Name ist Wolfahrt. Markus Wolfahrt. Jep. Der Gründer und Frontmann der ehemaligen Klostertaler steht mit einer neuen Band am Start – genannt Alpin KG. Wobei die beiden Buchstaben für Klostertaler Generation stehen. Da jauchzt das Herz der grossen Fangemeinde. Allen voran auch dasjenige der Walliser. Denn Markus Wolfahrt ist hierzulande ein Begriff. Und er ist beliebt. Zusammen mit den Klostertalern hat er das Land am Rhonestrand mehrfach zum Beben gebracht. Die legendären rro-Partys in der Litternahalle und in der Sporthalle im Sand sind vielen noch in bester Erinnerung.

Der Name Markus Wolfahrt steht seit jeher für musikalische Qualität. Dass das so ist, beweist er auch wieder mit der Alpin KG, die mit einem Sound aufwartet, den niemand so recht von ihm erwartet hätte. Doch aufgepasst. Die Musik seiner neuen Band passt zu ihm wie der Massanzug eines Edeldesigners. Damit hat er sich nämlich einen lang gehegten Traum erfüllt. Und zwar denjenigen, endlich wieder sein Flügelhorn auszupacken und mit jungen, wilden und hochtalentierten Musikern eine CD aufzunehmen, die das Blech so richtig in Fahrt bringen. Alle Mitglieder der Alpin KG sind ohne Frage Meister ihres Fachs. Haben ihre Instrumente teilweise an verschiedenen Musikhochschulen in Österreich studiert. Neben Markus Wolfahrt, der naturgemäss singt und Trompete sowie eben Flügelhorn spielt, sind das Markus Kuen an der Trompete und Posaune, Lenz Ganahl an der Tuba und am Bariton, Stefan Hörtnagl – Saxophon und Steirische, Manuel Stix am Schlagzeug, Thomas Tolloy spielt Gitarren und Sebastian Hödl E-Bass und Posaune.

Gerade diese jungen Talente bringen ihre Frische, ihr immenses Können sowie ihre Liebe zum Brass, der traditionellen alpenländischen Volksmusik, dem Schlager und der Popmusik mit in die Songs des nun erschienenen Debüt-Albums «Alpin KG». Das macht Spass und wird auch live garantiert viele Freunde finden. Im Mittelpunkt der Musik steht natürlich Markus Wolfahrt. Ein seit jeher der Natur zugewandter Romantiker, der dieses Lebensgefühl auch immer wieder in seine Songs verpackt. Bei der Alpin KG mischt er seine tiefe Heimatliebe mit dem Mut zum musikalischen Abenteuer. Also Tradition mit aktuellen Musikströmungen. Ansätze davon waren ja teilweise auch schon bei einigen Klostertalerliedern zu entdecken. Mit der Alpin KG bringt er dieses musikalische Ideal jetzt auf den Punkt. Erfindet sich sozusagen neu. Herausgekommen ist ein von Bläsern dominierter Schlager- und Popsound, den es in dieser Form noch nicht gab.

Gleich die erste Single «Made in Tirol» im vergangenen Herbst war ein waschechter Aufreisser und bringt den Brass Sound mit Partyfeeling und witzigem, originellem Schlagertext in Stellung. Der Titel ist ein humoriger Heimatsong auf Tirol und seine hübschen Frauen. Das Lied malt den Menschen vom ersten Ton an ein Lächeln ins Gesicht. Genauso fetzig geht es in «Hätte, wenn und Aber» zur Sache. Polka, virtuose Bläserarrangements und Rocksounds reinigen die Gehörgänge im Zweivierteltakt. Auch textlich hat es der Song in sich: Es geht um das ewige Verschieben von Wünschen in die Zukunft. Markus zieht das Leben im Hier und Jetzt vor und appelliert an uns, eben nicht alle Träume in die Zukunft zu schieben. Denn dann könnte es zu spät sein.

Natürlich dürfen auf dem Album auch ruhige Nummern nicht fehlen. Eine ganz besonders schöne Ballade ist «Hab di so vermisst». Der Song stammt von Markus’ langjähriger kreativen Weggefährtin Jutta Staudenmayer, die ihm über Jahrzehnte schon unzählige Lieder auf den Leib geschrieben hat. Aber auch Ex-Klostertaler Uwe Altenried hat seine Feder dafür in Tinte getunkt. Der traumhafte Titel ist eine autobiographische Liebesballade mit viel Gefühl und einem melancholisch eingesetzten Flügelhorn, das dem Lied auch klanglich das gewisse Etwas gibt. Und natürlich passt er auch zur Situation. Schliesslich hat die Schlager- und Volksmusikgemeinde ihren Markus sowas von vermisst.

Das Album «Alpin KG» verbindet die neue, spritzige Volksmusik wie sie Bands wie La Brass Banda pflegen. Mit schlageresken, poppigen Sounds. Die Band betritt hiermit absolutes Neuland. Wobei Markus Wolfahrt mit den Klostertalern seit jeher zu den moderneren Protagonisten des Schlagers und auch der Volksmusik gehörte. Denn erst mit Bands wie den Klostertalern und Schürzenjägern fand seinerzeit die Pop- und Rockmusik ihre Eintrittskarte in ein eher verstaubtes, konservatives Genre. Jetzt kann Markus Wolfahrt seine Liebe zur Blasmusik, zum Pop und natürlich zum Schlager so richtig ausleben. Diese tiefe Liebe zur Musik ist in jedem Ton, in jedem Wort seiner Lieder hörbar. Das wird sich auszahlen, weil am Ende und gerade in der Musik, immer die Wahrhaftigkeit siegt.