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Literaturwälla
Einstieg in die Berufswelt

Einstieg in die Berufswelt

Zum 5. Interkantonalen Lehrstellentag

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Von und mit Kurt Schnidrig
Moderation: Jacqueline Reljic

Mittwoch, den 15.05.2013

Auch in diesem Sommer werden rund 2500 junge Menschen im Wallis ihre Ausbildung abschliessen. Es folgt mit dem Eintauchen in die Berufs- und Erwachsenenwelt ein neuer Lebensabschnitt.

Im Unterschied zu früher hat sich der Übergang vom Jugendalter ins Erwachsenenalter, die Phase der sogenannten „Adoleszenz“ also, deutlich verlängert. Die jungen Leute verlassen ihr Elternhaus immer später, was in der Fachliteratur mit dem Ausdruck „aufkommendes Erwachsenenalter“ umschrieben wird. Immer wieder kehren die sogenannten „Bumerang-Kids“ ins Elternhaus zurück. Von dort aus starten sie dann einen neuen Versuch, flügge und selbstständig zu werden.

Im neuen Lebensabschnitt kommen neue Anforderungen, Erwartungen und Herausforderungen auf die jungen Leute zu. Eine der Hauptaufgaben in der Zeit vor dem Lehrstellenantritt besteht darin, die eigene Identität zu definieren. Die Jugendlichen müssen ihre sozialen Rollen definieren und sich in der Gesellschaft und im Beruf verankern. Eine weitere emotionale Herausforderung ist die Ablösung von der Familie. Es hat da ein Wertewandel stattgefunden. Wir leben heute in einer Multioptionsgesellschaft, in der die jungen Leute aus vielen Möglichkeiten frei auswählen können. Mit dieser unbegrenzten Freiheit umzugehen, ist aber nicht immer leicht. Manchmal können Orientierungslosigkeit oder Identitätsdiffusion die Folgen sein. In dieser Situation brauchen Jugendliche auch Leitplanken, sie suchen Herausforderungen und auch Reibungsflächen.

Wer von der Schulbank weg direkt ins Berufsleben eintaucht, der durchläuft nicht selten auch eine Zeit voller Krisen. Jugendliche sind in dieser Zeit oftmals grob und respektlos, sie tyrannisieren ihre Eltern und ihre Lehrpersonen und sie ecken an mit ihrer egozentrischen Art. Mit dem schlechten Verhalten grenzen sie sich ab von der Erwachsenenwelt und sie definieren damit ihre Identität als junge Generation. In dieser Phase sollten wir Älteren uns nicht anbiedern und wir sollten uns keinesfalls den Jungen anpassen, ansonsten würden diese sich noch stärker extremisieren. Trotzdem brauchen die jungen Leute unsere Unterstützung. Eine solide Basis für einen guten Umgang mit ihnen ist ein gutes gegenseitiges Vertrauensverhältnis.

Beim Antritt einer Lehrstelle soll der Lehrling oder die Lehrtochter so schnell wie möglich lernen, Verantwortung zu übernehmen. Die Auszubildenden müssen die Firma auch nach aussen vertreten. In hektischen Situationen soll die Lehrtochter oder der Lehrling auch selber herausfinden können, was zu tun ist und muss sich die wichtigen Informationen selber holen können. Hilfreich können die Tipps anderer Lehrlinge sein, die sich in der gleichen Situation befinden. Aber auch Eltern, Lehrpersonen und andere Bezugspersonen sind wichtige Ansprechpartner. Wer so nicht weiterkommt, der wendet sich an die Dienststelle für Berufsbildung, die sich auf dem Planta-Platz in Sitten befindet.

Zusätzlich kann man sich in hilfreiche Ratgeberliteratur vertiefen. Schon fast ein Klassiker ist das Buch aus dem Beobachter-Verlag mit dem Titel „So klappts mit der Lehre“. Dieser Buch-Ratgeber begleitet die Lehrlinge und Lehrtöchter vom ersten bis zum letzten Tag im Lehrbetrieb. Es werden wichtige Fragen behandelt wie „Wie treffe ich die richtige Wahl?“ „Wie bewerbe ich mich korrekt?“ „Wie läuft eine Lehre ab?“ und viele andere mehr.

Ein weiteres aktuelles Ratgeber-Buch heisst „Fit für die Lehre“. Die jungen Menschen erhalten wertvolle und praktische Tipps zum Verhalten und zum Auftreten bei der Lehrstellensuche. Die wichtigste Botschaft lautet: Du kannst Erfolg haben, aber du musst etwas dafür tun. Das Buch vermittelt auch eine Prise Humor. Insbesondere bei der Lehrstellensuche und während der nicht immer leichten Lehrzeit ist eine Prise Humor mit Sicherheit immer hilfreich.

Foto: Lorena Strohner auf www.lehrstellentag-sh.ch

Literaturangaben zur Sendung:

  • Franz Schultheis, Pasqualina Perrig-Chiello, Stephan Egger: Kindheit und Jugend in der Schweiz. Beltz Verlag.
  • Irmtraud Bräunich Keller: So klappts mit der Lehre. Verlag „Der Beobachter“.
  • Gregor Loser: Fit für die Lehre. Tipps für den erfolgreichen Berufseinstieg. Orell Füssli Verlag.